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anleitungen:richtfunkstrecken [2023/11/14 16:42] – Kleine Ergänzung zu Switches im Management-Netz epkrichi | anleitungen:richtfunkstrecken [2023/11/24 12:02] (aktuell) – [Mögliche Lösungen] epkrichi | ||
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Trotzdem sollte man bei solch großen Distanzen lieber auf Richtfunkgeräte setzen. Das sind prinzipiell auch nur Access Points, die aber outdoorfähig sind und deren Antennen und Sendeleistungen für ebendiesen Einsatz gemacht sind. Während normale WLAN-Router/ | Trotzdem sollte man bei solch großen Distanzen lieber auf Richtfunkgeräte setzen. Das sind prinzipiell auch nur Access Points, die aber outdoorfähig sind und deren Antennen und Sendeleistungen für ebendiesen Einsatz gemacht sind. Während normale WLAN-Router/ | ||
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+ | Außerdem beherrschen 5 GHz Richtfunkgeräte die dynamische Frequenzwahl (DFS). Das 5 GHz-Band wird nämlich auch von Wetterradarsystemen genutzt und wenn erkannt wird, dass eine Wetterstation auf demselben Kanal funkt, muss der WLAN-AP den Kanal wechseln. Bei Richtfunkgeräten wechseln dann alle Geräte gleichzeitig den Kanal. Um DFS bei Freifunk-Routern zu nutzen, muss man den Outdoor-Modus aktivieren. Da für das Meshing aber ein fester Kanal benötigt wird, wird dadurch auch die Mesh-Funktionalität deaktiviert. | ||
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+ | An einem Standort lassen sich übrigens auch mehrere Richtfunkgeräte verwenden, um mehrere weitere Standorte zu versorgen. | ||
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+ | Bei größeren Installationen können übrigens an einen Router zusätzlich Access Points angeschlossen werden, um die Abdeckung zu erhöhen. Diese APs haben dann normalerweise keine Freifunk-Firmware installiert, | ||
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+ | ===== Konfiguration von Richtfunkgeräten ==== | ||
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+ | Die Konfiguration eines Richtfunkgeräts funktioniert bei jedem Hersteller anders. Trotzdem gibt es ein paar wesentliche Dinge, die man immer machen muss - und mit ein bisschen Glück muss man auch nicht unbedingt noch mehr machen. | ||
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+ | Zuerst ein mal muss man einstellen, ob es sich um eine Station oder einen Access Point handelt. Das Gerät, das am " | ||
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+ | Da Richtfunkgeräte quasi ganz normale WLAN-Netze verwenden, muss man außerdem eine SSID (den Namen des WLANs) festlegen. Dieser muss auf allen Geräten, die sich miteinander verbinden sollen, gleich sein, da sie sich ja mit dem selben WLAN verbinden sollen. | ||
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+ | Ebenso muss noch ein WPA-Passwort festgelegt werden. Damit werden die Daten vor der Übertragung verschlüsselt. Außerdem können nur Geräte, die das Passwort kennen, dem WLAN beitreten. Deswegen sollte man unbedingt ein sehr starkes Passwort wählen. | ||
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+ | Damit die Geräte wissen, welche Frequenzen sie verwenden dürfen, muss man außerdem das Land wählen, in dem man die Geräte aufstellt. | ||
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+ | Ggf. muss man noch einstellen, dass die Geräte als Bridge fungieren sollen - das heißt, dass sie die zwei Standorte einfach miteinander verbindet, so als wäre die Funkverbindung ein ganz normales Kabel. | ||
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+ | Damit man das Gerät auch noch konfigurieren kann, wenn es bereits im Netz eingebaut ist, muss man außerdem eine statische Management IP-Adresse festlegen. Dazu aber später mehr. | ||
===== Der Aufbau ===== | ===== Der Aufbau ===== | ||
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- Wenn man nur das Mesh-Netzwerk übertragt, kann man die Netzwerkgeräte nicht erreichen, da man mit seinem Geräte ja nicht selbst im Mesh-Netz sein kann. Um die Geräte trotzdem erreichen zu können, kann man aber ein zweites Netzwerk übertragen, | - Wenn man nur das Mesh-Netzwerk übertragt, kann man die Netzwerkgeräte nicht erreichen, da man mit seinem Geräte ja nicht selbst im Mesh-Netz sein kann. Um die Geräte trotzdem erreichen zu können, kann man aber ein zweites Netzwerk übertragen, | ||
- | - Mehr Internetanschlüsse lassen sich schon fast integrieren: | + | - Mehr Internetanschlüsse lassen sich schon fast integrieren: |
- Die Router können jetzt auf direktem Wege Nachrichten austauschen, | - Die Router können jetzt auf direktem Wege Nachrichten austauschen, | ||
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Um die Netzwerkgeräte erreichen zu können, wird nun ein zusätzlich ein zweites Netz übertragen. Ein Netzwerk muss nicht extra " | Um die Netzwerkgeräte erreichen zu können, wird nun ein zusätzlich ein zweites Netz übertragen. Ein Netzwerk muss nicht extra " | ||
- | Da VLAN 1 nun für das Management-Netz benutzt wird, muss das Mesh-Netz auf einem anderen VLAN geführt werden. Standardmäßig hören Freifunk-Router aber nur auf VLAN 1. Hier hat man nun zwei Möglichkeiten: | + | Da VLAN 1 nun für das Management-Netz benutzt wird, muss das Mesh-Netz auf einem anderen VLAN geführt werden. Standardmäßig hören Freifunk-Router aber nur auf VLAN 1. Hier hat man nun zwei Möglichkeiten: |
Um nun von "zu Hause aus" auch in das Management-Netz zu kommen, benötigt man noch einen weiteren Switch, der eben zu Hause steht und die VLANs auf verschiedene Ports auftrennt. Dann kann man an diesen Switch einen Computer anschließen, | Um nun von "zu Hause aus" auch in das Management-Netz zu kommen, benötigt man noch einen weiteren Switch, der eben zu Hause steht und die VLANs auf verschiedene Ports auftrennt. Dann kann man an diesen Switch einen Computer anschließen, | ||
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Wenn man den Switches im obigen Beispiel ebenfalls eine Management-IP-Adresse im Management-Netz gibt, so kann man diese ebenfalls aus dem Management-Netz erreichen. | Wenn man den Switches im obigen Beispiel ebenfalls eine Management-IP-Adresse im Management-Netz gibt, so kann man diese ebenfalls aus dem Management-Netz erreichen. | ||
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+ | In unserem Richtfunk-Netz in Mössingen ist der Freifunk-Router an Standort 1 übrigens eine VM auf einem dedizierten Offloader. Auf diesem Offloader läuft außerdem noch eine zweite VM, der Management Host, mit dem man sich mit einem Wireguard-VPN verbinden kann. Dadurch kann man sich von überall aus mit dem Management-Netz verbinden. Da der Offloader nicht beliebig viele Netzwerkanschlüsse haben kann, muss auf dem Offloader die VLANs manuell konfigurieren. Das Setup sieht dann ungefähr so aus: | ||
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+ | ==== Einbindung weiterer Internetanschlüsse ==== | ||
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+ | Um weitere Internetanschlüsse einzubinden, | ||
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+ | ===== Verwendung von PoE-Switches ===== | ||
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+ | Die meisten APs und Richtfunkgeräte werden mit Power-over-Ethernet (PoE) betrieben. Dabei wird der Strom, den das Gerät für den Betrieb benötigt, über das LAN-Kabel geleitet. Vorteil ist, dass man nur ein Kabel zu den Geräten braucht. | ||
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+ | Auf der anderen Seite braucht man dafür aber natürlich ein Netzteil, das den Strom liefert. Damit man nicht für jedes Gerät einen eigenen PoE-Injektor benötigt, kann man einen PoE-Switch benutzen. Das ist ein Switch, der auf seinen Ports einfach PoE liefern kann. Generell muss man bei PoE nur darauf achten, dass die Spannung stimmt und das der Switch oder der Injektor die nötige Leistung für alle Geräte hat. | ||
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+ | Hier ist ein Beispielaufbau, | ||
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+ | Wie man sieht, spart man sich dabei zwar die PoE-Injektoren, | ||
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+ | ===== Mehrere Standorte verbinden ===== | ||
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+ | <WRAP center round info 60%> | ||
+ | Dieser Abschnitt basiert auf einer [[https:// | ||
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+ | Mit Richtfunkgeräten lassen sich nicht nur zwei Standorte miteinander verbinden. Man kann auch eine Verbindung von Standort A zu B und eine von B zu C errichten. Das bringt aber ein paar Probleme mit sich, die nicht ganz so leicht zu lösen sind. | ||
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+ | ==== Das Problem ==== | ||
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+ | Das erste Problem ist, dass man an einem Standort, an dem es nur ein Richtfunkgerät gibt, normalerweise Mesh-on-WAN verwendet, damit man auf den LAN-Ports noch das Client-Netz verwenden kann. Möchte man aber zwei oder mehr Richtfunkgeräte verwenden, braucht man auch mehr als einen Port mit Mesh-Netz. Ein Workaround wäre es, hier Mesh-on-LAN zu verwenden, um alle Richtfunkgeräte anzubinden und um zusätzlich einen weiteren Router anzuschließen, | ||
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+ | Abgesehen davon, dass man jetzt, zwei Router verwendet, hat man noch ein weiteres Problem: Das batman-adv Mesh-Protokoll arbeitet auf Layer 2 - d.h. es schickt seine Pakete, mit denen es andere Mesh-Geräte findet, nicht an eine bestimmte IP-Adresse, sondern einfach an alle Geräte im selben Netzwerk. Da in einem Router auf den LAN-Ports standardmäßig geswitched wird, sieht die Netzwerktopologie auf Layer 2 - also aus Sicht von batman-adv - wie folgt aus: | ||
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+ | Die Router/ | ||
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+ | Außerdem hat das ganze ein weiteres Problem: Würde man - direkt oder indirekt - Standort 3 wieder mit Standort 1 verbinden, so hätte man eine Schleife gebaut. Diese werden möglicherweise nicht erkannt und dadurch legt man unter Umständen sein ganzes Netzwerk lahm. | ||
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+ | Übrigens: Im obigen Ansatz könnte man an Standort 2 auch gleich nur einen Router anschließen, | ||
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+ | ==== Mögliche Lösungen ==== | ||
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+ | === Lösung 1 === | ||
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+ | <WRAP center round important 60%> | ||
+ | Achtung! Diese erste Lösung haben wir nicht ausprobiert. | ||
+ | </ | ||
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+ | Eine Möglichkeit zur Lösung des Mesh-Problems ist die Verwendung von Mesh-on-LAN und Mesh-on-WAN gleichzeitig. An einem der zwei Standorte, die man miteinander verbinden möchte, muss dann ein Freifunk-Router stehen, der z.B. mit dem WAN-Port an der Richtfunk-verbindung hängt und mit dem LAN-Port am Rest des Standorts. Zwischen den LAN-Ports und dem WAN-Ports wird nicht geswitched, also glaubt batman auch nicht, es hätte eine direkte Verbindung mit den anderen Standorten. Um ein Client-Netz zu erzeugen, bräuchte man dann allerdings einen weiteren Router. | ||
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+ | Standort 3 könnte in diesem Beispiel genauso aussehen wie auch Standort 2, falls man die Richtfunkverbindung noch weiter spannen möchte. Theoretisch könnte man auch weitere Router an einem Standort aufstellen, um Verzweigungen (das anschließen an mehr als zwei Richtfunkgeräte) zu ermöglichen. | ||
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+ | Der Vorteil dieser Lösung ist, dass sie ohne besondere Konfigurationen möglich ist. Somit gibt es auch nichts, was bei einem Firmware-Update kaputt gehen kann. Der Nachteil ist natürlich, dass man mehr Geräte braucht. Wenn man beim Erstellen von Verzweigungen nicht aufpasst, kann die Topologie für batman auch seltsam aussehen und das Routing ist dann unter Umständen nicht optimal. | ||
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+ | === Lösung 2 === | ||
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+ | Anstatt zusätzliche Router aufzustellen, | ||
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+ | Für diese Lösung muss man allerdings die Netzwerkkonfiguration umschreiben, | ||
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+ | Hier mal ein Beispiel dazu: | ||
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+ | {{ : | ||
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+ | An Standort 2 sind mehrere Richtfunkgeräte vorhanden. Deswegen sind auf dem Router auch mehrere VLANs für Mesh-Interfaces konfiguriert. An den anderen Standorten sind die Router auch umkonfiguriert, |