anleitungen:richtfunkstrecken

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anleitungen:richtfunkstrecken [2023/11/14 16:52] – Bild für Management-Host-Erweiterung hinzugefügt epkrichianleitungen:richtfunkstrecken [2023/11/24 12:02] (aktuell) – [Mögliche Lösungen] epkrichi
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 Trotzdem sollte man bei solch großen Distanzen lieber auf Richtfunkgeräte setzen. Das sind prinzipiell auch nur Access Points, die aber outdoorfähig sind und deren Antennen und Sendeleistungen für ebendiesen Einsatz gemacht sind. Während normale WLAN-Router/APs ihr Signal nämlich in 360° abstrahlen, haben Richtfunkgeräte einen deutlich geringeren Öffnungswinkel (wir setzen oft Richtfunkgeräte mit ca. 40° Öffnungswinkel ein). Dadurch können Richtfunkgeräte sich sogar über ein paar Kilometer miteinander verbinden. Außerdem ist die Firmware der Richtfunkgeräte bereits dafür ausgelegt, dass sich die Richtfunkgeräte untereinander verbinden (was normale WLAN-Router ohne Freifunk-Firmware nicht machen würden). Trotzdem sollte man bei solch großen Distanzen lieber auf Richtfunkgeräte setzen. Das sind prinzipiell auch nur Access Points, die aber outdoorfähig sind und deren Antennen und Sendeleistungen für ebendiesen Einsatz gemacht sind. Während normale WLAN-Router/APs ihr Signal nämlich in 360° abstrahlen, haben Richtfunkgeräte einen deutlich geringeren Öffnungswinkel (wir setzen oft Richtfunkgeräte mit ca. 40° Öffnungswinkel ein). Dadurch können Richtfunkgeräte sich sogar über ein paar Kilometer miteinander verbinden. Außerdem ist die Firmware der Richtfunkgeräte bereits dafür ausgelegt, dass sich die Richtfunkgeräte untereinander verbinden (was normale WLAN-Router ohne Freifunk-Firmware nicht machen würden).
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 +Außerdem beherrschen 5 GHz Richtfunkgeräte die dynamische Frequenzwahl (DFS). Das 5 GHz-Band wird nämlich auch von Wetterradarsystemen genutzt und wenn erkannt wird, dass eine Wetterstation auf demselben Kanal funkt, muss der WLAN-AP den Kanal wechseln. Bei Richtfunkgeräten wechseln dann alle Geräte gleichzeitig den Kanal. Um DFS bei Freifunk-Routern zu nutzen, muss man den Outdoor-Modus aktivieren. Da für das Meshing aber ein fester Kanal benötigt wird, wird dadurch auch die Mesh-Funktionalität deaktiviert.
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 +An einem Standort lassen sich übrigens auch mehrere Richtfunkgeräte verwenden, um mehrere weitere Standorte zu versorgen.
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 +Bei größeren Installationen können übrigens an einen Router zusätzlich Access Points angeschlossen werden, um die Abdeckung zu erhöhen. Diese APs haben dann normalerweise keine Freifunk-Firmware installiert, bekommen aber vom Freifunk-Router ein Client-Netz, das sie ausstrahlen. Diese Idee beschränkt sich nicht nur auf Richtfunknetze.
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 +===== Konfiguration von Richtfunkgeräten ====
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 +Die Konfiguration eines Richtfunkgeräts funktioniert bei jedem Hersteller anders. Trotzdem gibt es ein paar wesentliche Dinge, die man immer machen muss - und mit ein bisschen Glück muss man auch nicht unbedingt noch mehr machen.
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 +Zuerst ein mal muss man einstellen, ob es sich um eine Station oder einen Access Point handelt. Das Gerät, das am "Hauptstandort" aufgestellt wird, sollte man als AP konfigurieren, während die andere bzw. die anderen Geräte als Stations konfiguriert werden sollten. Aktiviert man Point-to-Multipoint, so können sich nämlich mehrere Stations mit einem AP verbinden.
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 +Da Richtfunkgeräte quasi ganz normale WLAN-Netze verwenden, muss man außerdem eine SSID (den Namen des WLANs) festlegen. Dieser muss auf allen Geräten, die sich miteinander verbinden sollen, gleich sein, da sie sich ja mit dem selben WLAN verbinden sollen.
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 +Ebenso muss noch ein WPA-Passwort festgelegt werden. Damit werden die Daten vor der Übertragung verschlüsselt. Außerdem können nur Geräte, die das Passwort kennen, dem WLAN beitreten. Deswegen sollte man unbedingt ein sehr starkes Passwort wählen.
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 +Damit die Geräte wissen, welche Frequenzen sie verwenden dürfen, muss man außerdem das Land wählen, in dem man die Geräte aufstellt.
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 +Ggf. muss man noch einstellen, dass die Geräte als Bridge fungieren sollen - das heißt, dass sie die zwei Standorte einfach miteinander verbindet, so als wäre die Funkverbindung ein ganz normales Kabel.
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 +Damit man das Gerät auch noch konfigurieren kann, wenn es bereits im Netz eingebaut ist, muss man außerdem eine statische Management IP-Adresse festlegen. Dazu aber später mehr.
  
 ===== Der Aufbau ===== ===== Der Aufbau =====
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   - Wenn man nur das Mesh-Netzwerk übertragt, kann man die Netzwerkgeräte nicht erreichen, da man mit seinem Geräte ja nicht selbst im Mesh-Netz sein kann. Um die Geräte trotzdem erreichen zu können, kann man aber ein zweites Netzwerk übertragen, in dem diese Geräte dann sind. Dafür sollte man VLANs verwenden. Diese Erweiterung wird hier der Einfachhheit halber erst mal ignoriert.   - Wenn man nur das Mesh-Netzwerk übertragt, kann man die Netzwerkgeräte nicht erreichen, da man mit seinem Geräte ja nicht selbst im Mesh-Netz sein kann. Um die Geräte trotzdem erreichen zu können, kann man aber ein zweites Netzwerk übertragen, in dem diese Geräte dann sind. Dafür sollte man VLANs verwenden. Diese Erweiterung wird hier der Einfachhheit halber erst mal ignoriert.
-  - Mehr Internetanschlüsse lassen sich schon fast integrieren: Man könnte an den anderen Standorten statt Mesh-on-WAN Mesh-on-LAN aktivieren und dann an den WAN-Ports einfach Kabel "mit Internet" anschließen. Dann hätte man aber keine Ports mit Client-Netz mehr. Um also Internet, Mesh und Client zu haben, muss man die Netzwerkconfig des Routers von Hand umschreiben (Ab Firmware-Version 2023.1.1 sollte das auch in der Weboberfläche möglich sein). Das wird hier aber erst mal auch ignoriert.+  - Mehr Internetanschlüsse lassen sich schon fast integrieren: Man könnte an den anderen Standorten statt Mesh-on-WAN Mesh-on-LAN aktivieren und dann an den WAN-Ports einfach Kabel "mit Internet" anschließen. Dann hätte man aber keine Ports mit Client-Netz mehr. Um also Internet, Mesh und Client zu haben, muss man die Netzwerkconfig des Routers von Hand umschreiben. Das wird hier aber erst mal auch ignoriert.
   - Die Router können jetzt auf direktem Wege Nachrichten austauschen, da sie alle miteinander meshen.   - Die Router können jetzt auf direktem Wege Nachrichten austauschen, da sie alle miteinander meshen.
  
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 Um die Netzwerkgeräte erreichen zu können, wird nun ein zusätzlich ein zweites Netz übertragen. Ein Netzwerk muss nicht extra "erzeugt" werden - wenn man die Management-IP eines Geräts festlegt, dann hört es einfach auf dieser IP-Adresse. Man muss sich nur darum kümmern, das zwischen allen Geräten eines Netzwerks auch tatsächlich eine physikalische Verbindung besteht. Dazu sollten [[anleitungen:vlans|VLANs]] verwendet werden (ohne VLANs würde es theoretisch auch gehen, allerdings müsste man dann sichergehen, dass die IP-Subnetze sich nicht überschneiden). Es empfiehlt sich, das Management-Netz auf VLAN "1" zu betreiben, da möglicherweise nicht alle Netzwerkgeräte das Ändern des Management-VLANs ermöglichen. Um die Netzwerkgeräte erreichen zu können, wird nun ein zusätzlich ein zweites Netz übertragen. Ein Netzwerk muss nicht extra "erzeugt" werden - wenn man die Management-IP eines Geräts festlegt, dann hört es einfach auf dieser IP-Adresse. Man muss sich nur darum kümmern, das zwischen allen Geräten eines Netzwerks auch tatsächlich eine physikalische Verbindung besteht. Dazu sollten [[anleitungen:vlans|VLANs]] verwendet werden (ohne VLANs würde es theoretisch auch gehen, allerdings müsste man dann sichergehen, dass die IP-Subnetze sich nicht überschneiden). Es empfiehlt sich, das Management-Netz auf VLAN "1" zu betreiben, da möglicherweise nicht alle Netzwerkgeräte das Ändern des Management-VLANs ermöglichen.
  
-Da VLAN 1 nun für das Management-Netz benutzt wird, muss das Mesh-Netz auf einem anderen VLAN geführt werden. Standardmäßig hören Freifunk-Router aber nur auf VLAN 1. Hier hat man nun zwei Möglichkeiten: Entweder, man schreibt die Netzwerkkonfiguration von Hand so um, dass das Mesh-Netz auf einem anderen VLAN betrieben wird (ab Firmware-Version 2023.1.1 vielleicht auch per Weboberfläche möglich), oder aber, man schaltet vor den Freifunk-Router einen Switch, der die VLAN IDs für den Router extra hinzufügt oder entfernt (für vom Router ausgehende/an den Router eingehende Pakete). Da ein Switch sowieso für viele Dinge nützlich ist, wird hier die zweite Variante erklärt.+Da VLAN 1 nun für das Management-Netz benutzt wird, muss das Mesh-Netz auf einem anderen VLAN geführt werden. Standardmäßig hören Freifunk-Router aber nur auf VLAN 1. Hier hat man nun zwei Möglichkeiten: Entweder, man schreibt die Netzwerkkonfiguration von Hand so um, dass das Mesh-Netz auf einem anderen VLAN betrieben wird, oder aber, man schaltet vor den Freifunk-Router einen Switch, der die VLAN IDs für den Router extra hinzufügt oder entfernt (für vom Router ausgehende/an den Router eingehende Pakete). Da ein Switch sowieso für viele Dinge nützlich ist, wird hier die zweite Variante erklärt.
  
 Um nun von "zu Hause aus" auch in das Management-Netz zu kommen, benötigt man noch einen weiteren Switch, der eben zu Hause steht und die VLANs auf verschiedene Ports auftrennt. Dann kann man an diesen Switch einen Computer anschließen, bei dem man auch eine passende IP konfiguriert und von dem aus dann die anderen Geräte im Management-Netz erreichbar sind. Um nun von "zu Hause aus" auch in das Management-Netz zu kommen, benötigt man noch einen weiteren Switch, der eben zu Hause steht und die VLANs auf verschiedene Ports auftrennt. Dann kann man an diesen Switch einen Computer anschließen, bei dem man auch eine passende IP konfiguriert und von dem aus dann die anderen Geräte im Management-Netz erreichbar sind.
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 {{ :anleitungen:mesh_richtfunk_erweiterung_2.drawio.svg |}} {{ :anleitungen:mesh_richtfunk_erweiterung_2.drawio.svg |}}
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 +==== Einbindung weiterer Internetanschlüsse ====
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 +Um weitere Internetanschlüsse einzubinden, ist es notwendig, die Netzwerkkonfiguration des Freifunk-Routers von Hand zu ändern - ansonsten kann man nicht Internet, Mesh und Client-Netz gleichzeitig an einem Freifunk-Router haben. Abgesehen von diesen Änderungen sind aber keine weiteren Umstellungen nötig. Wie genau das Konfigurieren funktioniert, wird hier (vorerst) nicht erklärt. Die APs sind hier übrigens nur extra eingezeichnet, weil wegen ihnen erst die kompliziertere Netzwerkkonfiguration nötig wird - bei den vorherigen Szenarien hätte man aber auch problemlos APs an die LAN-Ports der jeweiligen Router anschließen können, solange eben kein Mesh-on-LAN aktiviert ist.
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 +{{ :anleitungen:mesh_richtfunk_erweiterung_3.drawio.svg |}} 
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 +===== Verwendung von PoE-Switches =====
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 +Die meisten APs und Richtfunkgeräte werden mit Power-over-Ethernet (PoE) betrieben. Dabei wird der Strom, den das Gerät für den Betrieb benötigt, über das LAN-Kabel geleitet. Vorteil ist, dass man nur ein Kabel zu den Geräten braucht.
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 +Auf der anderen Seite braucht man dafür aber natürlich ein Netzteil, das den Strom liefert. Damit man nicht für jedes Gerät einen eigenen PoE-Injektor benötigt, kann man einen PoE-Switch benutzen. Das ist ein Switch, der auf seinen Ports einfach PoE liefern kann. Generell muss man bei PoE nur darauf achten, dass die Spannung stimmt und das der Switch oder der Injektor die nötige Leistung für alle Geräte hat.
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 +Hier ist ein Beispielaufbau, bei dem ein PoE-Switch verwendet wird.
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 +{{ :anleitungen:richtfunk_poe_switches.drawio.svg |}}
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 +Wie man sieht, spart man sich dabei zwar die PoE-Injektoren, aber es werden mehr Kabelverbindungen über den Switch gebraucht, was auch viele Ports an diesem belegt.
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 +===== Mehrere Standorte verbinden =====
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 +<WRAP center round info 60%>
 +Dieser Abschnitt basiert auf einer [[https://wiki.freifunk-stuttgart.net/anleitungen:mesh_und_switche|Anleitung von Freifunk Stuttgart]].
 +</WRAP>
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 +Mit Richtfunkgeräten lassen sich nicht nur zwei Standorte miteinander verbinden. Man kann auch eine Verbindung von Standort A zu B und eine von B zu C errichten. Das bringt aber ein paar Probleme mit sich, die nicht ganz so leicht zu lösen sind.
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 +==== Das Problem ====
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 +Das erste Problem ist, dass man an einem Standort, an dem es nur ein Richtfunkgerät gibt, normalerweise Mesh-on-WAN verwendet, damit man auf den LAN-Ports noch das Client-Netz verwenden kann. Möchte man aber zwei oder mehr Richtfunkgeräte verwenden, braucht man auch mehr als einen Port mit Mesh-Netz. Ein Workaround wäre es, hier Mesh-on-LAN zu verwenden, um alle Richtfunkgeräte anzubinden und um zusätzlich einen weiteren Router anzuschließen, auf dem Mesh-on-WAN aktiviert ist, um noch Geräte mit Client-Netz zu versorgen. Das sähe dann ungefähr so aus:
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 +{{ :anleitungen:richtfunk_mehrere_standorte_1.drawio.svg |}}
 +
 +Abgesehen davon, dass man jetzt, zwei Router verwendet, hat man noch ein weiteres Problem: Das batman-adv Mesh-Protokoll arbeitet auf Layer 2 - d.h. es schickt seine Pakete, mit denen es andere Mesh-Geräte findet, nicht an eine bestimmte IP-Adresse, sondern einfach an alle Geräte im selben Netzwerk. Da in einem Router auf den LAN-Ports standardmäßig geswitched wird, sieht die Netzwerktopologie auf Layer 2 - also aus Sicht von batman-adv - wie folgt aus:
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 +{{ :anleitungen:richtfunk_mehrere_standorte_2.drawio.svg |}}
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 +Die Router/Offloader glauben also alle, sie seien direkt - also ohne einen Freifunk-Router dazwischen - miteinander verbunden. Dass das so ist, kann man dann übrigens auch auf der Karte beobachten - dort ist zwischen allen beteiligten Routern eine Verbindung eingezeichnet. Das ist schlecht, denn batman-adv ist dafür verantwortlich, die beste Route für die Pakete zu wählen. Da mit jedem Hop - so nennt man einen Router zwischen dem eigenen Router und dem Ziel - das Risiko eines Paketverlusts und die Latenz (also die Zeit, die ein Paket braucht, bis es am Ziel ist) schlechter werden, sollten möglichst kurze Routen gewählt werden. Wenn batman die Hops aber nicht sieht, wählt es möglicherweise schlechte Routen.
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 +Außerdem hat das ganze ein weiteres Problem: Würde man - direkt oder indirekt - Standort 3 wieder mit Standort 1 verbinden, so hätte man eine Schleife gebaut. Diese werden möglicherweise nicht erkannt und dadurch legt man unter Umständen sein ganzes Netzwerk lahm.
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 +Übrigens: Im obigen Ansatz könnte man an Standort 2 auch gleich nur einen Router anschließen, an dem man Mesh-on-WAN aktiviert. Vor den WAN-Anschluss würde man dann einen Switch anschließen, an den alle Richtfunkgeräte angeschlossen werden. Das Endergebnis wäre dasselbe wie oben, nur dass man statt eines Freifunk-Routers einen Switch verwendet hat.
 +
 +==== Mögliche Lösungen ====
 +
 +=== Lösung 1 ===
 +
 +<WRAP center round important 60%>
 +Achtung! Diese erste Lösung haben wir nicht ausprobiert.
 +</WRAP>
 +
 +
 +Eine Möglichkeit zur Lösung des Mesh-Problems ist die Verwendung von Mesh-on-LAN und Mesh-on-WAN gleichzeitig. An einem der zwei Standorte, die man miteinander verbinden möchte, muss dann ein Freifunk-Router stehen, der z.B. mit dem WAN-Port an der Richtfunk-verbindung hängt und mit dem LAN-Port am Rest des Standorts. Zwischen den LAN-Ports und dem WAN-Ports wird nicht geswitched, also glaubt batman auch nicht, es hätte eine direkte Verbindung mit den anderen Standorten. Um ein Client-Netz zu erzeugen, bräuchte man dann allerdings einen weiteren Router.
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 +{{ :anleitungen:richtfunk_mehrere_standorte_3.drawio.svg |}}
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 +Standort 3 könnte in diesem Beispiel genauso aussehen wie auch Standort 2, falls man die Richtfunkverbindung noch weiter spannen möchte. Theoretisch könnte man auch weitere Router an einem Standort aufstellen, um Verzweigungen (das anschließen an mehr als zwei Richtfunkgeräte) zu ermöglichen.
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 +Der Vorteil dieser Lösung ist, dass sie ohne besondere Konfigurationen möglich ist. Somit gibt es auch nichts, was bei einem Firmware-Update kaputt gehen kann. Der Nachteil ist natürlich, dass man mehr Geräte braucht. Wenn man beim Erstellen von Verzweigungen nicht aufpasst, kann die Topologie für batman auch seltsam aussehen und das Routing ist dann unter Umständen nicht optimal.
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 +=== Lösung 2 ===
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 +Anstatt zusätzliche Router aufzustellen, kann man den Router auch so konfigurieren, dass er auf den LAN-Ports nicht mehr switcht. Man erstellt dann pro Richtfunkverbindung ein VLAN, welches auf dem Router nur mit einem Port und mit der "CPU" verbunden ist - Pakete, die an die CPU gehen, können von batman verarbeitet werden. Pakete, die bei der CPU ankommen und an einen anderen Router gehen sollen, werden dann auch über das passende VLAN wieder rausgeschickt.
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 +Für diese Lösung muss man allerdings die Netzwerkkonfiguration umschreiben, was nicht unbedingt updatefest ist. Wie genau das gehen kann, kann man in dem oben verlinkten Artikel von Freifunk Stuttgart nachlesen. Der Vorteil ist aber, dass die Topologie dann auf jeden Fall korrekt ist. Außerdem benötigt man nur einen Router pro Standort - denn wenn man schon an der Netzwerkkonfiguration arbeitet, kann man auch die besagten VLANs und gleichzeitig Ports mit Client-Netz konfigurieren. Man kann übrigens auch mehrere VLANs und Netze auf einen Port legen - man sollte sich nur bewusst sein, dass dadurch dann ein Flaschenhals für die Bandbreite entsteht.
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 +Hier mal ein Beispiel dazu:
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 +{{ :anleitungen:richtfunk_mehrere_standorte_4.drawio.svg |}}
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 +An Standort 2 sind mehrere Richtfunkgeräte vorhanden. Deswegen sind auf dem Router auch mehrere VLANs für Mesh-Interfaces konfiguriert. An den anderen Standorten sind die Router auch umkonfiguriert, damit sie das Mesh-Netz auf einem anderen VLAN empfangen. Normalerweise würden wir an solchen Standorten mit nur einer Richtfunkstrecke lieber noch einen Switch aufstellen, der das VLAN vorher entfernt/anbringt, damit man den Router zumindest dort nicht umkonfigurieren muss. An allen Ports mit einer "1" kann man nun APs anschließen (die 1 ist das standard-VLAN für alle Ports mit Client-Netz. Bei den bisherigen Beispielen war das nicht explizit eingezeichnet. Man kann das Client-Netz auch mit einer anderen Nummer versehen und zusammen mit den Mesh-Interfaces getagged auf einen gemeinsamen Port legen, falls man das unbedingt möchte - das spart Kabel/Ports, ist aber möglicherweise etwas komplizierter zu konfigurieren).
  • anleitungen/richtfunkstrecken.1699977130.txt.gz
  • Zuletzt geändert: 2023/11/14 16:52
  • von epkrichi